Gschichtldrucker

Von einem Schreiber – für Schreiber

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Heureka! Es ist ein Stoff gekommen…

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Jetzt ist es schon wieder passiert… (Ja, ja – eine Brenner-Referenz…)

Bis dato hat der Carl-Mayer-Drehbuchpreis immer Themen gehabt, zu denen mir ad hoc Geschichten eingefallen sind. Doch nicht diesmal… Wie bereits erwähnt, lautet das Thema heuer „Loyalität“. Und da wollte mir nichts und nichts einfallen.

Wie zeigt man Loyalität? Indem sie gebrochen wird. Ja, eh. Aber das ist für mich ein Ansatz, den wohl die meisten Geschichten haben werden. Ich aber will wirkliche Loyalität zeigen. Dass das für eine Gemeinschaft durchaus was Notwendiges sein kann. Aber da wollte mir partout nichts einfallen.

Also hatte ich den Wettbewerb für heuer eigentlich abgehakt. Doch war da ein leises, beständiges Nagen. Etwas ließ mich nicht in Ruhe. Und da stehe ich nun am Samstag auf einer Kindergeburtstagsparty und schaue meinen Kids zu. Und plötzlich war sie da, die Idee. Eigentlich ein Kammerstück fürs Theater. Aber egal, es ist eine Idee. Und die werde ich jetzt mal als Treatment in Angriff nehmen.

Auf was warte ich jetzt? Auf! Auf zur Schreibmaschine…

Ach ja, Brotjob comes first. :-/

Rodja

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Written by Gschichtldrucker

2. Mai 2017 at 07:45

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Weil’s so traurig ist, gleich noch einmal: Der Carl-Mayer-Drehbuchpreis

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© Rodja Pavlik

Gut, ich bin enttäuscht. Zutiefst. Da hat man die Story des Jahrzehnts geschrieben. Und dann gewinnt man den verdammten Carl-Mayer-Drehbuchpreis nicht. Hach!

Aber gut, nach etlichen Tränen und viel Whiskey (der rein zufällig den Namen „Writers Tears“ trägt) heißt es nun aufstehen, den Stolz runterschlucken und weitermachen. Denn der nächste Carl Mayer-Drehbuchpreis wartet schon. Und das Thema lautet…

„Loyalität“

(Ach fuck, echt jetzt?!?)

Bis zum 30. November 2017 (gültig ist das Datum des Poststempels) können fiktionale oder dokumentarische Treatments für einen Kinofilm anonym eingereicht werden. Die Entscheidung erfolgt dann im ersten Jahresdrittel 2018 in Graz. Ausgeschrieben sind 14.500,- Euro für den Hauptpreis und 7.200,- Euro für den Förderungspreis.

Die Treatments können sowohl von einzelnen Autoren als auch im Team entwickelt werden. Teilnahmeberechtigt sind alle Österreicher, Auslandsösterreicher und alle mindestens seit drei Jahren in Österreich wohnhaften Person.

Nicht teilnahmeberechtigt sind Stoffe, die vor der Juryentscheidung bereits eine Drehbuchförderung oder einen Drehbuchpreis erhalten haben oder bereits einmal beim Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerb eingereicht wurden. Im Falle des Erhalts einer Förderung bzw. eines Preises im Zeitraum zwischen Einreichung und Juryentscheidung ist das Kulturamt der Stadt Graz unverzüglich davon zu verständigen, damit der eingereichte Stoff aus der Wertung genommen werden kann.

Weitere und genauere Details bitte dem unten angeführten Link entnehmen.

– – –

An dieser Stelle noch herzliche Gratulation an die Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs, Evi Romen (Hauptpreis 14.500,- Euro für das Treatment „Hochwald“) und Nikolaus Müller (Förderpreis 7.200,- Euro für das Treatment „Rote Wand“).

Was mich momentan a bisserl irritiert… Laut Presse wurden für den Wettbewerb 27 Treatments eingereicht. Das ist ja gar nicht mal so viel – voriges Jahr waren es noch 40!

Haben österreichische Autoren es so dicke, diesen hochdotierten Wettbewerb auszulassen?

Rodja

INFO: Weitere Informationen zum Carl-Mayer-Drehbuchpreis unter http://kultur.graz.at/kulturamt/129

Written by Gschichtldrucker

6. April 2017 at 15:35

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Stadt Salzburg schreibt wieder einen Drehbuchentwicklungspreis aus

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© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Alle zwei Jahre schreibt die Stadt Salzburg einen Drehbuchentwicklungspreis für Kinospielfilme ab 60 Minuten aus – so auch heuer.

Bilde ich es mir nur ein, oder hat es früher tatsächlich mehr Drehbuchpreise gegeben? Irgendwann hat es mal einen Zeitpunkt gegeben, da hatten auch TV-Sender und Produktionsfirmen Preise für noch zu realisierende Drehbücher ausgelobt – ah, die goldenen Zeiten, damals… vor der Krise… *seufz*

Umso erfreulicher, dass die Stadt Salzburg nun zum dritten Mal den Drehbuchentwicklungspreis ausschreibt. Leider hat das Ganze den Wermutstropfen, dass es ziemlich Salzburg-zentriert ist.

Bis zum 31. Mai 2017 (Datum des Poststempels) kann nun ein Exposé samt Umsetzungsvorstellung und Figurenbeschreibung anonym eingereicht werden. Teilnahmeberechtigt sind Autoren bis zum vollendeten 45. Lebensjahr. Es können Einzelpersonen, aber auch Teams einreichen. Einzelpersonen müssen entweder in der Stadt Salzburg geboren sein oder hier ihren ständigen Wohnsitz haben. Bei Teams muss die Mehrzahl der Mitglieder überwiegend in Salzburg geboren sein oder ihren ständigen Wohnsitz in der Stadt haben. ODER der Film weist einen expliziten Salzburg-Bezug auf. (Wie gesagt, ziemlich Salzburg-zentriert…)

Der Hauptpreis beträgt 3.000,- Euro. Zusätzlich bietet der Preis dramaturgische Betreuung durch einen Mentor bzw. Dramaturgen. Ziel ist ein bei Förderstellen und Produktionsfirmen einreichfertiges Treatment, damit daraus ein verfilmbares Drehbuch entstehen kann. Der 2. und 3. Platz werden mit je 1.500,- Euro prämiert.

Rodja

INFO: Nähere Informationen wie Einreichmodalitäten der Stadt Salzburg zum Wettbewerb: Drehbuchentwicklungspreis 2017

Written by Gschichtldrucker

17. Februar 2017 at 09:43

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Auf zum nächsten Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerb

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© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Alle Jahre wieder… und ein Halleluja und Vergelt’s Gott! dafür…

Das Filmfestival Diagonale in Graz ruht mal wieder für ein Jahr. Und ich war wieder mal nicht dort. Ärgerlich, aber mit Familie daheim kann man einfach nicht so ohne weiteres ein paar Tage abhauen.

Aber für mich als Schreiberling kommen die Filme dort sowieso „nur“ an zweiter Stelle. Viel interessanter finde ich da den Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerb, der nun schon jährlich statt findet – und die Preisvergabe bzw. die Nennung des Themas für den nächsten Wettbewerb im Rahmen der Diagonale stattfindet.

Wie Südtirolnews.it berichtet, hat heuer die Filmemacherin Clara Stern mit ihrem Skript „Training“ den Hauptpreis von 14.500 Euro gewonnen. Darin geht es um eine junge Eishockeyspielerin, die lieber als Mann leben möchte und sich in eine Teamspielerin verliebt. Der Förderungspreis von 7.200 Euro geht an das Treatment „Schneegestöber“ vom Autoren-Duo Franziska Pflaum und Roman Gielke.

Und nun das mit Spannung erwartete neue Thema – es lautet…

„anders“

Bis zum 30. November 2016 können fiktionale oder dokumentarische Treatments für einen Kinofilm anonym eingereicht werden. Die Entscheidung erfolgt dann im ersten Jahresdrittel 2017 in Graz. Ausgeschrieben sind 14.500,- Euro für den Hauptpreis und 7.200,- Euro für den Förderungspreis.

Die Treatments können sowohl von einzelnen Autoren als auch im Team entwickelt werden. Teilnahmeberechtigt sind alle Österreicher, Auslandsösterreicher und alle mindestens seit drei Jahren in Österreich wohnhaften Person.

Nicht teilnahmeberechtigt sind Stoffe, die vor der Juryentscheidung bereits eine Drehbuchförderung oder einen Drehbuchpreis erhalten haben oder bereits einmal beim Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerb eingereicht wurden.

Rodja

Weitere Details zu den Einreichbedingungen
Statuten zum Drehbuchwettbewerb

Written by Gschichtldrucker

12. März 2016 at 07:05

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Podcast „Stichwort: Drehbuch“

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© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Ein kleiner Tipp

Stichwort: Drehbuch ist ein Podcast vom Verband der deutschen Drehbuchautoren. Alle drei bis vier Wochen bringt das Redaktionsteam bestehend aus den Drehbuchautoren Frank Zeller, Oliver Schütte (schrieb auch Sachbücher wie „Die Kunst des Drehbuchlesens“ und „Schau mir in die Augen – Die Kunst der Dialoggestaltung“) und Simone Zahn eine Episode heraus, in dem die drei zu aktuellen Filmen (meist deutschen TV-Filmen, Serien- oder Kinoproduktionen) die verantwortlichen Drehbuchautoren vorstellen und interviewen, sowie aktuellen – auch ausländischen – Trends in der Filmlandschaft nachgehen. So interviewten sie zuletzt u.a. den Autor Fred Breinersdorfer, der mit seiner Tochter Leonie-Claire das Drehbuch zu „Elser – Er hätte die Welt verändert“ schrieb, den US-Showrunner Craig Wright („Six Feet Under“, „Dirty Sexy Money“) oder Uwe Petzold, der eine Lanze für die viel geschmähten Scripted-Reality-Formate bricht.

Man muss sich schon ein bisschen Zeit für die Podcasts nehmen, die so 45 Minuten bis zu einer Stunde dauern. Allerdings zahlt sich das auch wirklich aus.

Außerdem beinhaltet die Website auch ein Archiv mit Drehbüchern von deutschen Produktionen. Allerdings habe ich da das Gefühl, dass da seit einiger Zeit nichts mehr nachkommt.

Rodja

INFO: www.stichwortdrehbuch.de

Written by Gschichtldrucker

6. Juni 2015 at 12:23

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Du weißt, du hast es als Autor geschafft…

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… wenn ein „approved by“ mit deinem Namen für Sexspielzeuge verwendet wird…

© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Okay, okay, man mag es mir als Neid auslegen – ich selbst bezeichne es als blankes Unverständnis, dass jemand wie E.L. James mit einer umgeschriebenen „Twilight“-Fanfiction so viel abcasht. Aber wenn jemand einen Lauf hat, dann sollte man ihn wohl auch ausnützen, nicht?

Ob es dazu nötig ist, der Regisseurin Sam Taylor-Johnson und der Drehbuchautorin Kelly Marcel so auf den Keks zu gehen, bis letztere das Handtuch wirft? Anscheinend ja, denn nun will E.L. James laut dpa (Südtirol News) sich auch noch als Drehbuchautorin selbst ins Spiel bringen und das Skript zur Fortsetzung des Kinofilms „50 Shades of Grey“ schreiben.

Dabei hat sie nicht mal Erfahrung als Drehbuchautorin (und ganz böse Zungen meinen, nicht mal als Romanautorin).

Ach, ich geb’s zu: Ich bin neidig UND ich versteh das Ganze nicht.

Rodja

Written by Gschichtldrucker

28. Februar 2015 at 22:37

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Zach/Bauer – das Autorenduo hinter “Northmen – A Viking Saga”

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© Thimfilm/Ascot Elite

© Thimfilm/Ascot Elite

Noch internationaler wird’s nimmer.

In der deutsch-schweizerischen Produktion „Northmen – A Viking Saga“ unter der Regie des in den USA agierenden Schweizer Regisseurs Claudio Fäh landet am 23. Oktober 2014 in den deutschsprachigen Kinos ein Haufen internationaler Schauspieler wie Ken Duken (D, „Robin Hood“, „Banklady“), Tom Hopper (UK, „Merlin – Die neuen Abenteuer) und Ryan Kwanten (AUS, „True Blood“) als skandinavische Wikinger in Südafrika, das für Schottland ausgegeben wird – und das Drehbuch dazu stammt von den Österreichern Matthias Bauer und Bastian Zach. Der HomeMovieCorner sprach mit den beiden Autoren, die ursprünglich aus dem Independent-Bereich stammen, über Kurz- und Spielfilme, Romane und den Vorteil Schweizer Produktionsfirmen.

Bastian Zach ist 1973 in Leoben geboren und wuchs in Salzburg auf. Matthias Bauer teilt den gleichen Jahrgang, wurde aber in Lienz/Tirol geboren. Kennen gelernt haben sie sich schließlich beim Grundwehrdienst, den sie gemeinsam in Salzburg 1992 absolvierten. Die beiden stellten schnell fest, dass sie gemeinsame Film- und Buchinteressen hatten und wurden Freunde. Nach dem Bundesheer trennten sich ihre Wege, sie blieben aber ständig in Kontakt. Bastian Zach ging nach Wien und wurde selbstständiger Grafiker, Schnitt- und Synchronregisseur, Matthias Bauer studierte in Innsbruck und ist in der Tiroler Erwachsenenbildung tätig. 2001 beschlossen sie, auf ihre Liebe zum Film auch Taten folgen zu lassen. Mit einem Mini-Budget von 350 Euro drehten sie den Kurzfilm „ausWEG““, der gute Kritiken erhielt.

© Bastian Zach & Matthias Bauer

© Bastian Zach & Matthias Bauer

So etwas macht Mut und 2003 setzten sie dann im Rahmen ihrer (inzwischen aufgelösten) Filmgruppe Open Doors Productions den Lynch-artigen Kurzfilm „[infinite]“ um.

Das Budget betrug 3.500 Euro und wurde teilweise vom Land Tirol und der Stadt Innsbruck gefördert. Die VFX waren für damalige Verhältnisse bemerkenswert, „[infinite]“ wurde 2004 auf der „animago“, einem der führenden Wettbewerbe für visuelle Effekte, mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Der Film wurde auch 2003 im Rahmen des HomeMovieCorner-Programms „Crime, drugs & video“ im Votivkino gezeigt. (Womit sich auch ein kleiner Kreis zu „Northmen“-Regisseur Claudio Fäh schließt, dessen Kurzfilm „Hit The Highway, Honey“ in einem HomeMovieCorner-Special „Schweiz“ im gleichen Jahr im Filmcasino lief.)

„Morbus Dei“, der erste Versuch

Nach den ersten erfolgreich absolvierten Versuchen in der Sparte Kurzfilm wollten Zach und Bauer ihr Glück beim Spielfilm zu versuchen. In Zusammenarbeit mit Wega Film bereiteten sie Drehbuch und Regie des historischen Abenteuerfilms „Morbus Dei“ vor. Erzählt wird die Geschichte eines Deserteurs, der vor 300 Jahren im Winter in ein abgelegenes Dorf in Tirol flüchtet. Dort wird der Neuankömmling mit Misstrauen aufgenommen, hat die Gemeinschaft doch ein dunkles Geheimnis zu wahren. „Die Wega Film, Hanekes Hausfirma, war von der Story begeistert“, schildert Zach. Cine Tirol vergab sogar eine Drehbuchförderung, doch das fertige Skript wurde 2004 vom Österreichischen Filminstitut abgelehnt, das Projekt war quasi gestorben. „Zwei Jahre Arbeit im Ofen. Eine österreichische Erfolgsgeschichte“, meint Bauer ironisch.

© Bastian Zach & Matthias Bauer

© Bastian Zach & Matthias Bauer

„Visitenkarten“ selber machen

Natürlich ist so ein Rückschlag frustrierend. Doch die beiden Autoren gaben nicht auf und beschlossen, selbst einen Spielfilm zu drehen. Gemeinsam schrieben sie das Skript „3 Zimmer. Küche. Tod“ über eine Krankenschwester (Erika Kollmann-Till), die Nachtdienste macht und am Tag nicht schlafen kann, weil in ihrem Haus lautstark renoviert wird. Sie sucht eine neue Bleibe, doch für das ideale Objekt gibt es mehrere Interessenten (u.a. Julia „Die Siebtelbauern“ Gschnitzer), die sie – von Erpressung bis hin zum Mord – los werden will. Mit einem Budget von 25.000 Euro realisierten Bauer und Zach den Film selbst. Ein kleiner Filmstart in Österreich sowie eine DVD-Veröffentlichung beim deutschen Label Starmedia (Anm.: Gibt es leider nicht mehr, die hatten einige nette Indie-Filme im Programm) waren die Folge. Doch der Durchbruch blieb noch aus.

„Arbeitstechnisch war ‚3 Zimmer. Küche. Tod‘ ein absoluter Gewinn, weil wir auf die harte Tour lernten, einen Film von der Pike auf selbst zu machen. Finanziell war er ein Fiasko, weil er das Budget, das wir zur Gänze selbst investiert haben, nie einspielte. Und der Plan, den wir mit dem Film verfolgten, ging nicht auf: Er sollte uns als Visitenkarte dienen und zu weiteren Film-Aufträgen führen, und das ist nicht gelungen“, zieht Zach Resümee. „‚3 Zimmer“ war für uns aber vor allem deshalb wichtig, weil wir immer schon einen Film machen wollten. Egal was dann kam, wir konnten uns sagen: „Okay, wir haben es durchgezogen, hat so nicht geklappt, nächster Plan.'“

Der Schritt zum Trip

Kurz nach der bitteren Erfahrung mit „3 Zimmer. Küche. Tod“ wurden Matthias Bauer und Bastian Zach durch einen Artikel auf die Schweizer Produktion HesseGreutert Film aufmerksam. Sie stellten sich mit einem Genreskript vor, welches aber abgelehnt wurde. Trotzdem lachte ihnen diesmal das Glück: „Zufälligerweise wollte diese Firma schon länger ein Genreprojekt machen. Unseres hat ihnen zwar nicht gefallen, aber sie haben sich gesagt: ‚Oha, da kennt sich jemand im Genre aus, mit denen könnten wir doch was machen.‘ Wir haben dann ‚One Way Trip 3D‘ für sie als Auftragsarbeit – sie wollten einen Slasher mit Pilzen – entwickelt“, erzählt Zach.

© Ascot Elite

© Ascot Elite

In dem Film fahren acht junge Leute (u.a. Sabrina „In 3 Tagen bist du tot“ Reiter, Martin „In 3 Tagen bist du tot 2“ Loos und Tanja „Aufschneider“ Raunig) in den Jura, um den Spitzkegeligen Kahlkopf, einen Pilz, der halluzinogene Trips verschafft, zu suchen. Doch irgendjemand scheint sich am Trip der jungen Leute zu stören.

HesseGreutert Film fand in David Schalkos Firma Superfilm („Braunschlag“, „Bösterreich“, „Aufschneider“) einen österreichischen Produktionspartner, mit dem sie gemeinsam um Filmförderungen ansuchen konnten. „Erst als 3D-Projekt wurde ‚One Way Trip‘ von sämtlichen Förderstellen in der Schweiz und Österreich gefördert, es gab dem Projekt damals (2008) noch etwas Besonderes. Heute ist das was anderes, aber damals war ‚Avatar‘-Zeit, 3D also noch sehr im Kommen“, erinnert sich Bauer. „Wir haben natürlich einige typische ‚In your face‘-3D-Szenen hineingeschrieben, aber nicht zu viele – das Ziel war eher, von den billigen 3D-Jahrmarkt-Effekten wegzukommen und dem Ganzen eine wirkliche räumliche Tiefe zu geben‘, beschreibt Zach die Auswirkungen auf das Drehbuch.

Nach dem Abliefern des Drehbuchs war es dann für die beiden Autoren erst einmal getan. Skriptänderungen wurden schließlich von Regie und Produktion selbst vorgenommen. „Nicht immer zum Guten, aber so ist es halt, damit muss man als Autor zurecht kommen. Film ist Teamwork – wer nichts an seinem Werk geändert haben will, muss Gedichte schreiben und die im Selbstverlag rausgeben“, findet Zach. „Wir waren zwei Tage am Set, was sehr cool war – ein millionenteurer 3D-Slasher wird im deutschsprachigen Raum auch nicht alle Tage gedreht“, erzählt Bauer noch von einem Highlight bei „One Way Trip 3D“.

© Bastian Zach & Matthias Bauer

© Bastian Zach & Matthias Bauer

„Morbus Dei“ – das Revival

Nach „One Way Trip 3D“ kam das Autorenduo zu einer Entscheidung. Nachdem anscheinend niemand das Skript zu „Morbus Dei“ verfilmen wollte, entschlossen Zach und Bauer, sich in einem anderen literarischen Feld zu versuchen. Sie nahmen das Grundgerüst von „Morbus Dei“ und entwickelten daraus eine Roman-Trilogie. „Morbus Dei – Die Ankunft“ erschien 2010 beim Haymon-Verlag in Buchform. 2012 und 2013 folgen die Bände „Morbus Dei – Inferno“ und „Morbus Dei – Im Zeichen des Aries“. „Das Drehbuch war nur die Basis für den ersten ‚Morbus Dei‘-Roman. Dramaturgisch hat sich im Roman eine Menge geändert: Der Storybogen blieb der gleiche, aber nachdem ein Roman umfangreicher als ein Drehbuch ist, kamen natürlich sehr viele neue Storyabzweigungen, Charaktere, Atmosphäre etc., dazu“, erläutert Zach den Unterschied zwischen Drehbuch und Roman.

Go North! Go International!

2012 entschloss sich Ralph S. Dietrich, seines Zeichens CEO bei der Schweizer Elite Filmproduktion, einen Wikingerfilm zu drehen. Da „One Way Trip 3D“ über die Mutterfirma Ascot Elite Entertainment Group verliehen wurde, kannte man auch Matthias Bauer und Bastian Zach. Die beiden Österreicher wurden für die Auftragsarbeit an ‚Northmen – A Viking Saga‘ engagiert. Bauer und Zach präsentierten gleich mehrere Ideen. „Für das Setting und das Budget gab es klare Vorgaben“, erinnern sich die Autoren: „Aber bei der Ideen- und Charakterzeichnung hatten wir freie Hand.“ Bauer und Zach überzeugten die Auftraggeber mit ihrem Ansatz, die Wikinger bei einem Sturm an der schottischen Küste stranden zu lassen und ihren dortigen Überlebenskampf zu schildern. Bauer: „Die Herausforderung war wie immer die Story. Nachdem ‚Northmen‘ ohne jegliche Förderung finanziert wurde und ein millionenschwerer Streifen ist, galt es, allein mit dem Drehbuch internationale Verleiher von dem Projekt zu überzeugen, darin zu investieren – und das ist gelungen.“

© Ascot Elite

© Ascot Elite

Südafrika statt Nordirland

Die Geschichte, die in Schottland spielt, sollte ursprünglich in Nordirland verfilmt werden. Doch als das Land den Zuschlag für den Fernsehhit „Game Of Thrones“ bekam, konzentrierten sich sämtliche Fördergelder und filmische Arbeitskräfte auf dieses Projekt. Schottland selbst schied wegen der dortigen hohen Produktionskosten aus. Die nächste europäische Alternative war Island. Die Insel beeindruckte die Produzenten zwar durch seine schroffe Landschaft, doch auf Island sind nur die kleinen Islandpferde vorhanden. „Unsere eigenen Pferde hätten wir nur mit einer Quarantänezeit von vier Monaten mitbringen und hinterher nicht mehr ausführen dürfen“, beschreibt Elite-Produzent Daniel Höltschi im Presseheft die bürokratischen Hürden. Schließlich schlug Frank Kaminski vom deutschen Produktionspartner Jumping Horse Film Südafrika vor. „Als Frank Kaminski Südafrika vorschlug, dachte ich zuerst, er wäre verrückt“, verrät Regisseur Claudio Fäh im Presseheft. „Doch nachdem ich Fotos von möglichen Locations gesehen hatte, war ich total überzeugt, den Film dort und nicht in Bulgarien oder im echten Schottland drehen zu wollen.“ Die vielfältige Landschaft Südafrikas bietet Steilküsten und Highlands, wie man sie in Schottland findet, aber zugleich auch das passende Klima. „Die meisten Leute meinen, in Afrika scheine immer die Sonne, und wissen gar nicht, dass der Winter im südlichen Teil des Landes sehr regnerisch, kalt und stürmisch sein kann“, so Frank Kaminski.

„Für ‚Northmen‘ mussten wir, wie bei unseren ‚Morbus Dei‘-Romanen, beinhart den historischen Hintergrund, in dem unsere Geschichte spielt, recherchieren. Man muss sich in jeder Szene überlegen, ob alles passt – vom Trinkbecher bis zur Streitaxt“, erklärt Bauer eine der Herausforderungen der Geschichte im Interview mit dem HomeMovieCorner. „Northmen – A Viking Saga“ ist im Gegensatz zu den bisherigen Filmprojekten „3 Zimmer. Küche. Tod“ oder „One Way Trip 3D“ wirklich groß und international angelegt. „Natürlich gibt es bei einem so großen Projekt, das weltweit in die Kinos kommt, einiges zu berücksichtigen. Man muss quasi in alle Richtungen ‚bigger, better, louder‘ denken“, so Zach. Die Geschichte ist frei erfunden, die Figuren und Abenteuer basieren aber auf historischen Vorbildern. „Wenn man sein Leben lang liest und Filme schaut, beeinflusst das unbewusst auch das Schreiben eines Drehbuchs“, erklären die beiden selbstkritisch. „Die Kunst ist es dann, keine Kopie von etwas zu machen, sondern aus den Inspirationen etwas Neues zu erschaffen.“ Nach dem Sichten der ersten Muster sind die Autoren mehr als zufrieden: „Das Filmteam hat eine Wahnsinns-Arbeit geleistet – ‚Northmen‘ wird ein Knaller!“

Die Zach/Bauer-Arbeitsmethode

Nachdem Bastian Zach in Wien und Matthias Bauer in Innsbruck leben, ergeben sich natürlich bei der Zusammenarbeit gewisse Schwierigkeiten. Man kann sich nicht ein gemeinsames Büro mieten, ja, sich nicht einmal einfach auf einen Kaffee treffen, um die Arbeit zu besprechen. „Rein organisatorisch ist es nicht immer leicht. Wir haben beide Familie und normale Jobs, schreiben also nebenher“, gibt Zach zu bedenken. Dennoch klappt es: „Das Grundgerüst einer Story entwickeln wir zusammen, dann teilen wir es auf und jeder schreibt seine Abschnitte. Die schicken wir uns gegen, überarbeiten, diskutieren – das Ganze geht schließlich so lange, bis wir beide zufrieden sind“, beschreibt Bauer die Schritte. „Das wird naturgemäß dann und wann richtig stressig. Und doch: Wenn man einen guten Schreibtag hat, wenn einem die Szenen so detailliert vor den Augen stehen und so rasant ablaufen, dass man mit dem Schreiben kaum nachkommt und das Geschriebene richtig GUT wird – das sind dann die Momente, in denen man weiß, warum man es macht“, schwärmt der Tiroler. „Es zählt immer nur das beste Argument, weil wir immer das beste Buch oder Drehbuch haben wollen“, ergänzt Zach.

© Sabine Ranocha

© Sabine Ranocha

Rat und Tat und Auslandserfahrungen

Gibt es zum Abschluss noch einige Tipps für angehende Autoren? „Grundsätzlich können wir nur sagen: Lasst Euch nicht ausnutzen! Kreativität ist eine Leistung, die genau so entlohnt gehört wie jede andere Arbeit“, rät Bauer. Das sei auch ein Grund, warum den beiden Drehbuchschreibern die Schweiz so liegt. „Wir arbeiten sehr gerne mit Schweizer Produzenten, weil sie zu ihrem Wort stehen und nicht zuletzt auch ordnungsgemäß zahlen. In Österreich heißt es, wenn man noch nicht total in der offiziellen Förderschiene etabliert ist, von Produzentenseite her oft: ‚Interessante Idee, schreibt’s mir doch mal ein Drehbuch oder ein Treatment, dann schaun wir weiter“ – und dann wird natürlich NICHT weitergeschaut. In der Schweiz haben wir das anders erfahren“, so Bauer.

Da viele Drehbuchschreiber mit der Auftragssituation in Österreich unzufrieden sind und mit dem Gang ins Ausland liebäugeln, gibt Bastian Zach noch Folgendes zu bedenken: „Ob man im Ausland mehr Erfolg hat als daheim, hängt nicht zuletzt davon ab, was man machen will. Kommerziell angehauchtes Genre – und ich meine jetzt nicht den Kabarettfilm – sind bei uns in Österreich aufgrund der eingefahrenen Förderer- und Produktionsstrukturen fast nicht zu verwirklichen. Da heißt es immer nur: ‚Das können die Amerikaner besser.‘ Was natürlich Blödsinn ist, es wagt nur niemand bei uns. Leichter hat man es aber auch im Ausland nicht unbedingt, denn dort wartet bekanntlich niemand auf einen. Aber die Chance besteht natürlich, wir können daher nur empfehlen, das eigene Projekt so professionell wie möglich vorzubereiten und dann gezielt zu pitchen. Denn eines ist gewiss: Erst wenn man im Ausland Erfolg hat, öffnen sich daheim vielleicht die Türen.“

Die Schweiz ist nicht nur das Land, wo Milch und Honig fließen, finden die beiden Genre-Schreiber. „Die Schweiz hat Top-Filmleute, aber leider eine in vielen Belangen ähnliche Filmstruktur wie Österreich. Das meiste ist auf staatliche Förderung ausgelegt, der ‚anspruchsvolle‘ Film hat Priorität. Das Resultat ist, dass die Schweizer Kinogeher dem eigenen Film nicht all zu aufgeschlossen sind, weil es wie hier in Österreich zu schwere Kost ist. Es ist die alte Crux: Arthouse hat seine absolute Berechtigung, aber es muss halt auch Platz für Kommerz sein“, erklärt Zach. „Hin und wieder gibt es große kommerzielle Schweizer Erfolge, wie letztens ‚Der Verdingbub‘ und ‚Achtung, fertig, WK‘, aber insgesamt sehr wenige – ähnlich wie in Österreich. Projekte, die auf ein breiteres Publikum zielen, wie ‚One Way Trip’ oder ‚Northmen‘ bleiben die Ausnahme“, wirft Bauer ein.

Einen weiteren Rat kann Matthias Bauer auch noch geben: „Man muss Kritik ernst nehmen und versuchen, daraus Potenzial zu schöpfen und nicht das Künstler-Ego in den Vordergrund zu stellen. Aber man sollte auch den feinen Grad zwischen ‚besser machen‘ und ‚einfach nur anders‘ erkennen. Das klingt zwar vielleicht hochtrabend, wir mussten diese Lektionen aber auf die harte Tour lernen.“

Die beiden sind froh, dass sie noch ihre Brotjobs haben, denn vom Drehbuch schreiben alleine können sie noch nicht leben. „Drehbücher sind ein mehr als nettes Zubrot. Die Bücher nicht mal ansatzweise, aber hier zählt das Renommee, da der Roman halt doch die Königsform ist“, erklärt Bauer. „Wir können nur jedem, der nicht mindestens zwei bis drei Drehbuchaufträge parallel laufen hat oder Bestsellerautor ist, einen fixen Job empfehlen“, bestätigt Zach.

To be continued…

Matthias Bauer und Bastian Zach selbst standen seit „3 Zimmer. Küche. Tod“ nicht mehr hinter der Kamera. Für den Kurzfilm „Sophie“ von Vlado Priborsky („Blockbuster“) hat Zach noch einige Visual Effects gemacht – das war’s dann aber auch schon. „Schreiben ist angenehmer – wenn andere am Set frieren, macht man es sich selbst zu Hause im Warmen gemütlich und tippt ein paar Skriptänderungen“, schmunzelt Bauer. „Aber man soll niemals nie sagen. Wenn neue, größere Drehbuchaufträge folgen, könnte irgendwann auch wieder der Schritt zur Regie folgen“, will Zach es letztendlich auch nicht ausschließen. Die „Morbus Dei“-Trilogie, die bis jetzt schon über 100.000 Mal verkauft/als E-Book downgeloadet wurde, wird zur Zeit für den englischsprachigen Markt aufbereitet. „Es gibt Pläne, ‚Morbus Dei‘ zu verfilmen. Und bei Erfolg gibt’s vielleicht auch ein ‚Northmen‘-Sequel. Mal schaun – wir bleiben dran“, so Matthias Bauer abschließend.

Rodja Pavlik

INFO: Site der Autoren: www.zach-bauer.com; Film-Site: www.northmen-themovie.com

Trailer zu „Northmen – A Viking Saga“

Trailer zu „One Way Trip 3D“

Trailer zu „3 Zimmer. Küche. Tod.“

Written by Gschichtldrucker

25. September 2014 at 01:37

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