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Von einem Schreiber – für Schreiber

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Penna – ein von der Schreibmaschine inspiriertes Keyboard

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Obwohl die Schreibmaschine an sich in der heutigen Zeit vermeintlich obsolet ist, hat sie doch noch immer eine ikonenhafte Ausstrahlung. Niemand – bis auf ein paar Verwegene – schreibt auf ihr. Und doch gilt sie als Inbegriff des Schriftstellertums. Sobald man ein Bild von ihr sieht, verbindet man sie automatisch mit produktivem Schreiben und einem Klick-Klack der Tastatur – selbst wenn man noch nie etwas mit ihr zu tun gehabt hat. Ich denke, dass das durch Medien wie Film und Fernsehen noch eine Zeit lang anhalten wird. Ein ähnliches Schicksal ist ja auch der Diskette vergönnt. Niemand speichert auf Disketten noch ab, aber dadurch, dass sie als Symbol fürs Abspeichern (siehe z.B. in Word) dient, wird sie uns noch erhalten bleiben.

Und auch die Schreibmaschine findet ihren Niederschlag in der heutigen Welt. Über das von ihr inspiriertem Keyboard QWERKYwriter habe ich hier ja schon öfters berichtet. Als ein weiteres Schreibmaschinen-inspiriertes Projekt wird der Lofree beworben – aber da spüre ich persönlich eigentlich nur einen Hauch von „retro“, von der Schreibmaschine an sich eher nicht so sehr.

Bei einem neuen Crowdfunding-Projekt, dem Penna von der chinesischen Firma Elretron Inc., wiederum empfange ich ganz starke Schreibmaschinen-Vibes.

© Elretron Inc.

Und wie man der Crowdfunding-Aktion auf Kickstarter entnehmen kann, herrscht bei den Usern anscheinend der Bedarf nach etwas Handfestem. Wahrscheinlich gibt es viel zu viele geräuschlose Touchscreens auf der Welt – hier giert man nach etwas Haptischem. Etwas, das den Fingern leichten Widerstand bietet, eine Geräuschkulisse, das Feedback über die eigene Produktivität gibt.

Anders lässt es sich nicht erklären, dass das ursprüngliche Crowdfunding-Ziel von 50.000 US-Dollar bereits um ein Vielfaches überschritten wurde – aktuell liegt der erreichte Betrag bei ca. 415.000 US-Dollar. Also über das 8-fache der gewünschten Summe. Und man kann das Projekt noch immer bis zum 6. Mai 2017 unterstützen. (Ehrlich, ich bin stark in Versuchung.)

Die Tastatur, die sich mit insgesamt bis zu fünf Geräten (egal, ob Windows, Android oder iOS) koppeln lässt, kommt wahlweise mit Diamond- oder Chrome Tasten geliefert, wobei letztere eher die Schreibmaschinen-Optik bieten. Die mechanischen Cherry-Tasten imitieren das Klick-Klack der Schreibmaschinen. (Obwohl… eine mechanische Schreibmaschine klingt einfach anders… seufz)

Im Gegensatz zum Qwerkywriter wird der Penna auch wahlweise mit der deutschsprachigen QWERTZ-Tastatur (also auch ä, ö, ü und ß) geliefert. Für mich definitiv ein Plus.

Auch farblich gesehen gibt es eine Auswahl: Von mattschwarz über Baby-pink bis hin zu olivgrün und weiß gibt es die Tastaturen. Was natürlich noch mehr Retro-Gefühle hervorruft. Ab 299 Dollar gibt es die Tastatur aber auch in Holz.

© Elretron Inc.

Ein großer Vorteil, den der Penna gegenüber dem Qwerkywriter hat, ist natürlich der Preis. Den Qwerkywriter gibt es laut Homepage regulär um 249 Euro (davor 349 Euro, für Crowdfunder damals 329 Euro). Den Penna gibt es in der Crowdfunding-Phase bereits ab 99 Euro (statt 180 Euro im Einzelhandel). Dabei schaut für mich der Qwerkywriter „wertiger“ aus, der Body besteht auch aus Metall, während der Penna halt Plastik (bis auf die teurere Holz-Variante) ist.

Wie beim Qwerkywriter hat auch der Penna einen dem Zeilenschalthebel nachempfundenen Hebel. Während beim Qwerkywriter damit tatsächlich Zeilen geschalten werden, hat der Hebel beim Penna eine Art Aufnahmefunktion. Sätze, die während des Aufnahmemodus getippt werden, können per Hebeldruck beliebig oft wiederholt werden. (Allerdings… wozu, zum Teufel, soll das bitte gut sein?!?)

Die Tastatur wird von zwei AA-Batterien betrieben, die sechs Monate halten sollen. Hier hat der Qwerkywriter einen Vorteil – er ist nämlich über USB-Kabel aufladbar.

© Elretron Inc.

Was mir bei der Aktion auffällt: Es scheint nicht wirklich um die Finanzierung eines Projekts zu gehen. Die Crowdfunding-Summe von 50.000 Dollar kommt mir nämlich nicht all zu hoch vor. Es wirkt eher so, als würden hier – wie man auch den Perks (es gibt im Wesentlichen nur die Keyboards als Preise) entnehmen kann – einfach Vorbestellungen entgegengenommen werden. Das ist jetzt nicht negativ gemeint, aber irgendwie geht mir doch etwas das Idealistische ab. Das Unterstützen einer Idee um der Idee willen. Die aktuelle Crowdfunding-Aktion ist einfach nur Business.

Rodja

PS: In Verbindung mit der Schreibmaschinen-App „Hanx“ (von Oscar-Preisträger Tom Hanks) stelle ich mir den Penna richtig cool vor. Natürlich wird es mir NICHT die Schreibmaschine ersetzen. Aber ja, ich bin definitiv in Versuchung…

INFO: www.elretron.com; Crowdfunding-Aktion: www.kickstarter.com/projects/1950503124/penna-retro-bluetooth-keyboard-starting-as-low-as

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30. April 2017 at 17:24

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Der Onyx Boox Typewriter

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Kenner dieses Blogs wissen ja, warum ich mit der Schreibmaschine angefangen habe. Ich habe nach einer Möglichkeit für ungestörtes Schreiben gesucht – und in der Schreibmaschine gefunden. Ein Gerät, das nur schreiben kann – keine Spiele, keine E-Mails, kein Internet, keine Filme. Eben ablenkungsfrei.

Natürlich interessiere ich mich da auch für andere Schreibmöglichkeiten wie den Freewrite, den ich sogar als Backer unterstützt habe. Letztendlich habe ich aber doch meine Unterstützung zurückgezogen, weil mir in den Vorführungsvideos doch Sachen auffielen, die mir nicht so ganz taugten. Trotz seiner Mankos halte ich den Freewrite dennoch für eine sehr spannende Alternative (nur eben für mich nicht).

Nun hat sich die auf E-Reader spezialisierte Firma Onyx Boox anscheinend zu einem recht interessanten Projekt entschlossen – dem Onyx Boox Typewriter. Zwar gibt es noch nichts Offizielles auf ihrer Homepage, aber einige Berichte von einer Messe in Hong Kong lassen aufhören. Der Plattform liliputing zufolge ist der Onyx Boox Typewriter eine Art auf E-Ink basierender Laptop mit abnehmbaren Bildschirm, den man separat als E-Reader verwenden kann. Man kann sogar mit einem speziellen Stift darauf schreiben bzw. zeichnen.

E-Ink hat nicht nur den Vorteil, dass sie sparsam ist. Nein, sie ist auch ungeeignet für Spiele und Video (daher für ablenkungsfreies Arbeiten geeignet) – und noch dazu schwarz-weiß und augenschonender. Außerdem ist der Bildschirm wesentlich größer als beim Freewrite.

Wie man beim Video von Vlogger Charbax sehen kann, ist beim Tippen keine solche Verzögerung zu bemerken wie beim Freewrite (siehe meine Kritik in oben angeführtem Link).

Irgendwo habe ich auch gelesen/gehört, dass es zu dem Onyx Boox Typewriter auch Programme geben wird. Sicher für Autoren von E-Books interessant. Aber vielleicht gibt es auch dann ganz einfache Programme für Formate wie Drehbücher oder Theaterstücke.

Dem Vernehmen nach ist der Onyx Boox Typewriter noch nicht fix. Wahrscheinlich, dass die Produzenten erst herausfinden wollen, ob ein Markt für so ein Gerät besteht. Auf jeden Fall werde ich das Ding im Auge behalten.

Rodja

PS: Demnächst darf ich dank Autorenkollegen Anton Preinsack die Hände auf ein älteres Modell eines Word Processors legen, einen Alphasmart 3000. Da habe ich bis dato auch nur Gutes davon gehört.

INFO: https://liliputing.com/2017/04/onyx-boox-typerwriter-e-ink-2-1-laptop.html

Hier noch ein weiteres Video von der Plattform Notebook Italia.

Written by Gschichtldrucker

17. April 2017 at 09:55

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Writer’s block

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Writer’s block – Schreibblockade.

Been there, done that. Nur so orgiastisch wie am Ende war’s bei mir noch nie. :-/

Rodja

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9. Mai 2016 at 12:31

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Intelligente Schreibmaschine “Freewrite” jetzt bestellbar

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Computer sind wahre Multimediakünstler: Man kann nicht nur damit arbeiten, sondern auch mit ihnen spielen, Musik hören, Filme ansehen oder im Internet surfen. Jede Menge Möglichkeiten… jede Menge Ablenkungen. Und das ist für willensschwache Menschen wie mich ein Problem. Lieber mal schnell ein paar E-Mails checken, als die Deadline für einen Artikel im Auge zu behalten. Und genau vor diesen Ablenkungen soll nun der technisch abgespeckte Computer „Freewrite“ aus den USA schützen.

Ausgehend von einem erfolgreichen Crowdfundingprojekt – damals noch als „Hemingwrite“ (diesen Namen mochte ich eigentlich lieber, keine Ahnung, warum man den geändert hat) – kommt nun der „Freewrite“ auf den Markt.

Das Gehäuse ist aus robustem Aluminium, mit richtigen Tastenmodulen zum Tippen. Doch statt auf Papier blickt man auf einen 5,5-Zoll-E-Ink-Bildschirm. Da E-Ink wesentlich Strom sparender als ein normaler Laptopbildschirm ist, reicht der Akku laut Presseinformationen für mindestens vier Wochen. Die Speicherkapazität selbst beträgt bis zu eine Million Seiten.

© Astrohaus

© Astrohaus

Im Internet surfen oder E-Mails checken geht mit dem „Freewrite“ nicht, das Gerät ist rein zum Schreiben gedacht. Mögliche Ablenkungen von der wichtigen Arbeit wurden mit dem Freewrite eliminiert, versprechen die beiden Entwickler Adam Leeb und Patrick Paul mit ihrer Firma Astrohaus. Für den „Freewrite“ gibt es verschiedene Keyboard-Layouts, man kann also auch die deutsche QWERTZ-Tastatur bestellen. (Edit 30.03.2016: Irrtum meinerseits, es folgt eine Richtigstellung)

Oliver Scheit machte mich auf ein Missverständnis aufmerksam: „Supported keyboard layouts“ bedeutet nicht, dass eine deutsche QWERTZ-Tastatur bestellbar ist. Man kann nur das ISO-Tastatur-Layout bestellen und als Setup „Deutsch“ wählen. Die Tasten sind zwar noch immer englisch QWERTY bedruckt, die Tastatur-Auslegung ist dann Standard-Deutsch QWERTZ mit Umlauten. Für Benutzer, die mit zehn Fingern blind schreiben können, also kein Problem. Wer nicht blind schreibt, hat dann ein Problem. Da es jedoch eine Cherry-Tastatur ist, können diese Tasten ausgetauscht werden. Dafür gibt es auch Bezugsquellen im Internet, meint Oliver.

Die „Schreibmaschine“ ist auch für Drehbuchautoren interessant. Soweit ich mich erinnern kann, gibt es bestimmte Shortcuts/Markups, mit denen man den Text in ein Drehbuchformat bringen kann.

Ganz aufs Internet wird aber nicht verzichtet, mittels WiFi oder Bluetooth kann man Texte mit Google Docs oder Evernote synchronisieren und speichern bzw. zur weiteren Verarbeitung auf den PC oder den Laptop verschicken. Der „Freewrite“ kann aber auch völlig vom Internet abgeschottet werden, da auch noch ein USB-C-Anschluss vorhanden ist. (Das sind die kleinen Anschlüsse – ich frage mich, ob es dafür USB-Sticks gibt.)

Wer bis Ende März das Gerät über die Website Getfreewrite.com bestellt, bezahlt 499 US-Dollar (exkl. Zoll). Danach steigt der Preis auf 549 US-Dollar (exkl. Zoll). Die Auslieferung soll noch im März starten.

© Astrohaus

© Astrohaus

Ich habe den „Freewrite“ schon seit einiger Zeit im Blickfeld. Ja, ich war sogar ein Unterstützer der Crowdfunding-Aktion mit der höchsten Option – nämlich eines der Geräte zu bekommen. Ja, ich war bereit, viel Geld dafür auszugeben. Doch je mehr ich darüber nachdachte und Informationen darüber bekam, desto nachdenklicher wurde ich. Bereits in einem anderen Blog-Beitrag habe ich erklärt, warum ich mich dann doch entschloss, aus dem Crowdfunding-Projekt wieder auszusteigen.

Das heißt nicht, dass ich mich jetzt für den „Freewrite“ nicht mehr interessiere. Ich will nur mehr Informationen bekommen bzw. die ersten Praxistests abwarten.

© Astrohaus

© Astrohaus

Nun ist es bald soweit – und die ersten Pressetexte lassen mich noch immer etwas unschlüssig zurück. War in ersten Informationen noch von einer Akku-Laufzeit von sechs Wochen die Rede, sind es jetzt nur noch vier Wochen plus. Und das auch nur bei einer Nutzung von einer halben Stunde pro Tag. Das kommt mir allerdings etwas wenig vor. Wenn man bedenkt, dass meine mechanische Schreibmaschine 24/7 nur auf mich wartet – und ich so zwei, drei Stunden täglich damit arbeiten kann, bevor MEIN Akku (Anm.: der geistige) schlapp macht.

Allerdings… so sparsam die Schreibmaschine auch ist – sie braucht Papier. Da ist „Freewrite“ natürlich viel praktischer, denn auf dem Gerät können bis zu einer Million Seiten gespeichert werden. Laut Pressetext. Leider steht da nicht, ob sich die Seitenzahl auf das A4-Format bezieht, oder ob darunter die Seiten zu verstehen sind, die diesem 5,5-Zoll-Display entsprechen. Quasi E-Book-Seiten halt.

Ein Computer ist in der heutigen Gesellschaft doch akzeptierter als eine Schreibmaschine. Und so wird das auch mit dem „Freewrite“ sein. Mit dem Laptop im Café zu sitzen ist heute gang und gäbe. Mit einer Schreibmaschine ist das schon schwieriger. Sie ist halt lauter – und man wird als störend empfunden und gebeten, doch woanders zu tippen. (Ja, ist mir schon einmal passiert. Ich verstehe das ja auch und höre dann auch mit dem Tippen auf.)

Kommen wir nun zum vermeintlich größten Kritikpunkt: dem Preis. Natürlich sind rund 500 bzw. 550 US-Dollar ein stolzer Preis. Aber man darf nicht vergessen: Der „Freewrite“ ist ein Nischenprodukt. Er ist nicht für die Massen gedacht. Er ist für Schreiber gedacht. Und da kann ich mir durchaus vorstellen, dass das Gerät seinen Markt findet. Natürlich, auf Laptops gibt es Word oder CeltX oder Final Draft, aber da gibt es eben auch die vielen Quellen der Ablenkung. Und ja, es gibt Apps, bei denen man eine bestimmte Zeit einstellt – und dann kann man halt diesen Zeitraum nicht im Internet surfen.

Aber Autoren ticken nun einmal anders. Sie sind auf der Suche nach dem für sie perfekten Schreibgerät. Und sollte ich das Gefühl haben, endlich mit dem „Freewrite“ meinen ersten Roman fertig stellen zu können, dann ist mir das Gerät den Preis auch wert. Egal, ob 500, 550 oder 600 US-Dollar.

Das hier sind alles nur rein theoretische Gedankengänge zum „Freewrite“, der „Schreibmaschine“ der neuen Zeit. Vielleicht würden viele Bedenken einfach weggewischt werden, könnte ich das Gerät doch nur einmal ausprobieren, meine Hand darauf legen, die ersten Texte problemlos abspeichern und auf meinen Computer übertragen. Aber nein, das ist leider nicht möglich. Ich müsste den „Freewrite“ quasi blind bestellen und darauf vertrauen, dass das Ding halt doch das kann, was ich will. Und da ist mir das Risiko zu groß. Da bleibe ich doch lieber meinen Schreibmaschinen treu.

Da die Auslieferungen jetzt im März starten (sollen), werden wohl bald die ersten hands-on-reviews erfolgen. Ganz besonders gespannt bin ich auf die Meinung von Oliver Scheit, ebenfalls einem Schreibmaschinisten. Oliver ist ein Backer der „Freewrite“-Crowdfundingaktion gewesen und sollte bald sein Gerät bekommen. Er plant, auf seiner Site Schmasch.de eine ausführliche Rezension zu veröffentlichen. Darauf bin ich schon sehr gespannt.

Rodja

INFO: http://getfreewrite.com

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27. März 2016 at 08:29

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Podcast „Stichwort: Drehbuch“

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© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Ein kleiner Tipp

Stichwort: Drehbuch ist ein Podcast vom Verband der deutschen Drehbuchautoren. Alle drei bis vier Wochen bringt das Redaktionsteam bestehend aus den Drehbuchautoren Frank Zeller, Oliver Schütte (schrieb auch Sachbücher wie „Die Kunst des Drehbuchlesens“ und „Schau mir in die Augen – Die Kunst der Dialoggestaltung“) und Simone Zahn eine Episode heraus, in dem die drei zu aktuellen Filmen (meist deutschen TV-Filmen, Serien- oder Kinoproduktionen) die verantwortlichen Drehbuchautoren vorstellen und interviewen, sowie aktuellen – auch ausländischen – Trends in der Filmlandschaft nachgehen. So interviewten sie zuletzt u.a. den Autor Fred Breinersdorfer, der mit seiner Tochter Leonie-Claire das Drehbuch zu „Elser – Er hätte die Welt verändert“ schrieb, den US-Showrunner Craig Wright („Six Feet Under“, „Dirty Sexy Money“) oder Uwe Petzold, der eine Lanze für die viel geschmähten Scripted-Reality-Formate bricht.

Man muss sich schon ein bisschen Zeit für die Podcasts nehmen, die so 45 Minuten bis zu einer Stunde dauern. Allerdings zahlt sich das auch wirklich aus.

Außerdem beinhaltet die Website auch ein Archiv mit Drehbüchern von deutschen Produktionen. Allerdings habe ich da das Gefühl, dass da seit einiger Zeit nichts mehr nachkommt.

Rodja

INFO: www.stichwortdrehbuch.de

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6. Juni 2015 at 12:23

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Let’s talk about „Ich seh ich seh“

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© Stadtkino Filmverleih

© Stadtkino Filmverleih

Publikumsgespräch gesucht

Etwas für schnell Entschlossene: Im Rahmen seiner monatlichen Filmgesprächsreihe „Let’s talk about Film!“ lädt das Film und Medien Zentrum Margareten (FMZ) am 28. Mai in Wien zum österreichischen Psychothriller „Ich seh ich seh“. Als Gäste sind auch die Filmemacher Veronika Franz und Severin Fiala eingeladen, die in einer moderierten Veranstaltung dem Publikum Rede und Antwort zu ihrem u.a. mit dem „Großen Diagonale Preis“ ausgezeichneten Film stehen werden. Die Rechte für ein US-Remake liegen bei Produzent Harvey Weinstein (u.a. „Pulp Fiction“, „Good Will Hunting“, „Django Unchained“).

Synopsis: In der Hitze des Sommers. Ein einsames Haus am Land zwischen Wäldern und Kukuruzfeldern. Zehnjährige Zwillingsbuben warten auf ihre Mutter. Als diese nach einer Schönheitsoperation einbandagiert nach Hause kommt, ist nichts mehr wie vorher. Die Kinder beginnen zu bezweifeln, dass diese Frau tatsächlich ihre Mutter ist. Sie versuchen die Wahrheit herauszufinden.Ein existentieller Kampf um Identität und Urvertrauen entspinnt sich.

Rodja

INFO: http://ichsehichseh.at/ / „Let’s talk about Film!“, 28. Mai 2015, von 19:00 – 22:Uhr. Film und Medienzentrum Margareten, Johannagasse 2, 1050 Wien, Eintritt frei. Weitere Informationen unter http://www.vhs.at/fmz.

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25. Mai 2015 at 12:55

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Monatliches WritersWorkshop E-Zine – und das kostenlos

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Ein kleiner Tipp: Der Autor Richard Norden veröffentlicht jedes Monat ein kostenloses WritersWorkshop E-Zine, in dem er und seine Kollegen Tipps zum Schreiben geben. Und das seit Ende 2009 – mittlerweile ist man bei Ausgabe 67. Die Themenauswahl ist vielfältig – angefangen von Software-Empfehlungen bis hin zu inhaltlichen Verbesserungen. Zwar richtet sich das Magazin eher an Romanautoren und Self Publisher, hin und wieder bekommt man aber auch Tipps, wie man Charaktere oder Plots interessanter machen kann – und das interessiert wohl auch Drehbuchautoren.

Rodja

INFO: http://ezine.writersworkshop.de/

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8. Mai 2015 at 03:21

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Die Wiederentdeckung der Schreibmaschine

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© Rodja Pavlik

© Rodja Pavlik

Tja, was soll ich sagen… Ich habe die Schreibmaschine für mich wieder entdeckt. Obwohl… ich bin auch kein Gegner des Computers. Ich muss aber sagen, dass ich ziemlich leicht abzulenken bin, sozusagen einen schwachen Willen habe. Insofern lenkt mich das Arbeiten am Computer auch eher ab, bzw. hat sehr viele Ablenkungsmöglichkeiten zu bieten. Spiele, Internet, etc., etc.

Wenn ich im Text nicht weiterkomme, brauche ich kurz eine Abwechslung, checke E-Mails, surfe im Internet, bin auf Facebook. Und schwupps, schon bin ich ganz draußen aus dem Konzept. Meistens ist das Surfen im Internet sogar für die Arbeit. Mal schnell noch einen Link checken, der für den Artikel notwendig ist. Was hat der Soundso noch mal im „Standard“ geschrieben? Ah, der neueste Filmtrailer ist raus, mal schauen, wie der Film so ist, über den ich gerade schreibe.

ABER: Es lenkt auch ab. Wenn ich z.B. an einem Drehbuch oder einem Roman schreibe. Dann kommt mir die journalistische Arbeitsweise nicht unbedingt entgegen.

Und so habe ich mich nach Alternativen umgeschaut. Hemingwrite. USB-Typewriter. Alles Sachen, die entweder erst kommen und/oder aus Übersee sind. Und dann habe ich mich für Monica entschieden. Genauer gesagt eine Olympia Monica de Luxe. Eine mechanische Schreibmaschine aus den (schätze ich mal) 1980ern. Es ist eine Kofferschreibmaschine, ein schweres Ding. Es war nicht Liebe auf den ersten Blick, dafür gibt es wesentlich elegantere Schreibmaschinen.

Ich war mir auch nicht sicher, ob ich überhaupt eine Schreibmaschine haben wollte. Meine Mutter hat noch eine elektrische Brother daheim stehen, auf der ich in den 1980ern das Zehnfinger-System erlernte. Auf die hätte ich jederzeit zurückgreifen können. Aber zuerst ging ich mich mal informieren. Und es gibt sogar ein Geschäft in Wien, das Schreibmaschinen verkauft. Laut Ladenbesitzer gibt es die ja nicht mehr neu, sondern nur gebraucht. Er hat sich darauf spezialisiert, Restposten aufzukaufen. Also Maschinen, die nie benutzt wurden und die er erst servicieren muss (die Mechanik einer Schreibmaschine leidet nicht unter Abnutzung, sondern eben dann, wenn sie nicht benutzt wird). Bedenkt man die Mühen, solche Schreibmaschinen zu finden, zu überprüfen, Sachen auszuwechseln und zu servicieren, kann man sich vorstellen, dass so eine Schreibmaschine ganz schön teuer werden kann. Also ungefähr gleich viel wie ein preisgünstiger Laptop. Auf jeden Fall zu teuer für einen, der sich noch nicht sicher ist, ob er das überhaupt haben möchte.

Also ging ich an einem Samstag auf den Flohmarkt am Naschmarkt und drehte meine Runden. Und siehe da: Da standen ein paar Schreibmaschinen herum. Einige offen, andere eingepackt und versteckt. Aber mit der Zeit entwickelt man doch ein Gespür für die Formen der Koffer- bzw. Reiseschreibmaschinen. Ich testete einige durch, hatte sogar extra Papier mitgenommen. Alles so in der Preiskategorie zwischen 30 und 40 Euro. Und sobald ich das Klack, Klack vernahm, merkte ich, dass mir das Tippen Spaß machte.

Es gab schöne Maschinen, aber die hatten alle ihre Mankos. Entweder funktionierte ein Buchstabe nicht, der Wagen ließ sich nicht ganz zurückschieben oder die Mechanik war voller Flusen. Und dann sah ich Monica. Sie wirkte nicht nur schwer, sondern war es auch. Aber: Sie war sauber. Die Tasten funktionierten, der Wagen glitt mühelos hin und her – und auch der Tabulator war einwandfrei. Kostenpunkt: 25 Euro. Wie gesagt, ich wusste nicht, ob ich überhaupt eine Schreibmaschine haben wollte – und meinte frech 15 Euro. 20 Euro kam das Gegenangebot. Ich wollte zuschlagen, meinte aber noch, dass ich mich noch ein bisschen umschauen wollte. Da ging man auf die 15 Euro ein. Trotzdem wollte ich noch ein bisschen herumgehen. Ui, da wurde ich geistig mit allen möglichen Schimpfnamen bedacht. Dennoch zog ich los und fand nichts Vergleichbares.

Das Tückische an einem Flohmarkt ist ja Folgendes: Man kann sich noch so gut eine Stelle einprägen, wo man etwas gesehen hat… Die Chancen, diese wiederzufinden, sind sehr gering. Entweder das gewünschte Ding ist weg – oder man findet den Stand einfach nicht wieder. Schaut in der falschen Reihe nach, solche Sachen halt. Und das passierte eben auch bei Monica. Als ich dann doch wieder vor dem Stand war, war das mehr Zufall als Berechnung. Ich zahlte die 15 Euro und schnappte mir die Kofferschreibmaschine.

Und nun sitze ich daheim und möchte das schwere Ding nicht missen. Echt. Ich habe in den letzten Tagen schon mehr an meinem Zombie-Roman geschrieben, als in den letzten zwei Jahren. Es ist wunderbar. Ich werde nicht abgelenkt (okay, bei zwei Kindern in der Wohnung ist das schwer, aber zumindest die Neuen Medien fallen flach). Momentan tippe ich nur Notizen, die ich in einem Schnellhefter so reihe, dass sich langsam die Geschichte zusammenbaut. Ich schreibe den Anfang, das Ende, einen Teil dort, dann einen Teil da – und puzzle sie chronologisch hintereinander. Tippfehler? Scheiß drauf. Ich weiß, dass ich das Ganze irgendwann einmal in den Computer abtippen werde. Und das wird eine Heidenarbeit werden. Aber ich werde den Text sowieso überarbeiten müssen, also was soll’s? Und ich tue mir wesentlich leichter, wenn ich etwas haptisch in der Hand habe, als wenn ich Absätze auf meinem Computer hin- und herschiebe. Und: Wenn ich einen Gedanken habe, brauche ich nur zur Schreibmaschine gehen und tippen. Sie steht bereit, hat ein Blatt Papier immer eingespannt. So schnell kann kein Computer hochfahren (nicht mal ein Mac), habe ich schon den Satz abgetippt.

Ganz abgesehen davon, dass das Ganze etwas Zen-Buddhismus-mäßig Reinigendes an sich hat. Das Klack Klack der Schreibmaschine, das sich langsame Befüllen des Blatt Papiers. Ich tippe mich regelrecht leer. Karthasis, ich komme.

Und es hört nicht auf. Ich überlege gerade, mir eine Reiseschreibmaschine (Vielleicht eine Olympia Traveller de Luxe S? Mehr dazu vielleicht demnächst) zusätzlich zu kaufen. Einfach, um auch draußen im Park tippen zu können. Falls Ihr mich nicht kennt – und Ihr seht einen Mann bei schönem Wetter im Park tippen… Die Chancen stehen nicht schlecht, dass ich es sein könnte.

Rodja

PS: Dass man den Text nicht abspeichern kann, hat mich anfangs sehr gewurmt. Aber bis dato gibt es einfach noch nicht das perfekte Gerät.

Written by Gschichtldrucker

10. März 2015 at 03:30

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Der Qwerkywriter

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Okay, nun habe ich hier schon Werbung für den USB-Typewriter und die moderne „Schreibmaschine“ Hemingwrite gemacht. Warum also nicht auch für den Qwerkywriter?

Der Qwerkywriter ist – nicht mehr und nicht weniger – ein Keyboard. Aber was für eines. Pate standen nämlich die alten Schreibmaschinen dafür, und so sieht das Ding dann auch aus. Und schon wieder wurde das Projekt über Kickstarter ermöglicht.

Ein sehr stylishes Ding, das auch die Tippgeräusche einer Schreibmaschine macht. Und man kann es anscheinend wireless mit dem Computer oder dem Tablet verbinden. Leider ist es erstens recht teuer, zweitens ist es anscheinend nur mit britischer oder amerikanischer Tastatur erhältlich. Na ja, was soll’s… Ich habe mich eh für die Hemingwrite entschieden.

Rodja

INFO: http://www.qwerkywriter.com/

Written by Gschichtldrucker

16. Dezember 2014 at 22:11

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Hemingwrite! Will haben!!!

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© Hemingwrite

© Hemingwrite


Ich mag Schreibmaschinen…

Ich bin ein Kind der 70er-Jahre. Mein Vater, ein einfacher Arbeiter, tippte Kurzgeschichten nach dem Zwei-Finger-Adler-Such-System für mich. In den 80ern lernte ich auf einer elektrischen Schreibmaschine das Tippen nach dem Zehn-Finger-System – und dann kamen ein Videowriter, PCs, ein Palm mit zusammenklappbaren Keyboard, ein Laptop und – aktuell – ein MacBook.

Ich mag meinen alten Laptop, ein IBM aus Ende der 90er, mit dem ich noch bis vor fünf Jahren tippte. Leider hat er kein USB und ich musste mir ein externes Diskettenlaufwerk kaufen, damit ich Daten auf andere Computer übertragen konnte. Ich liebte es, auf diesem alten Ding zu schreiben. Die Tastatur war gut und als Drehbuchprogramm nutzte ich ein Makro-Skript namens PlotPot. Und es gab nicht sehr viel Ablenkung (internettauglich ist das Ding wahrlich nicht – was natürlich auch die Gefahr von Viren sehr einschränkt). Auch „Game of Thrones“-Autor George R. R. Martin schreibt noch immer auf einem alten PC mit MS-DOS, berichtete einmal Gamestar.de – und ich verstehe ihn nur zu gut.

Mit dem MacBook sieht die Sache schon anders aus. Erstens muss ich das Ding mit der Familie teilen (Freundin braucht ihn auch zum Arbeiten, die Kinder wollen manchmal Clips auf YouTube schauen – und wenn Papa sich was anschaut, scharen sie sich um den Sessel), zweitens mag ich diese flach gehaltene Tastatur nicht, drittens ist das Aluminium sehr unangenehm, um die Handballen beim Tippen aufzulegen. Viertens habe ich als Drehbuchprogramm CeltX – und das mag ich einfach nicht. Es ist so überbordend an Funktionen und mag für Leute interessant sein, die auch gleichzeitig den Film produzieren und/oder drehen und sämtliche Aufstellungen (Requisiten, Rollen, etc.) und Zeitlisten gleich ausgedruckt brauchen. Aber rein zum Schreiben ist das Programm kein Vergnügen für mich. Da lobe ich mir doch das simple PlotPot.

Und der ganz große Nachteil des MacBook: Die Versuchung, sich ablenken zu lassen, ist sehr groß. Eben weil es so einfach ist. Mal schnell ins Internet, was recherchieren – und schon ist man aus dem Konzept draußen. Oder noch schnell eine E-Mail beantworten. Mal kurz auf Facebook gehen. Solche Sachen halt. Ich muss zugeben, ich bin recht willensschwach und schiebe unangenehme Dinge gerne vor mich her.

Insofern habe ich mir auch schon mal überlegt, so eine kleine Reiseschreibmaschine zu kaufen. Ich weiß nicht, ob sie noch hergestellt werden, aber auf Flohmärkten habe ich sie schon gesehen. Nachteil: Man hat zwar gleich ein Skript quasi „ausgedruckt“, aber das war’s dann auch – der Text ist nicht als Datei abgespeichert. Und wo bekommt man eigentlich noch Farbbänder her? Ich habe auch schon mit einem USB-Typewriter (siehe meinen Post hier) geliebäugelt. Da werden Kontakte mit den Tasten einer Schreibmaschine verlötet. Was man auf der Schreibmaschine tippt, erscheint dann auch am Computer – und das Ganze kann auch abgespeichert werden. Allerdings… eine Schreibmaschine ist nun mal massiv und nimmt Platz weg. Außerdem ist das doch ein bisschen teuer (wenn man sich die bereits manipulierte Schreibmaschine kauft) bzw. etwas für Heimbastler (man kann sich auch nur die Kontakte kaufen und selbst verlöten, das DIY-Set kommt auf jeden Fall billiger) – aber eben das bin ich nicht.

© Hemingwrite

© Hemingwrite

Und dann stoß ich auf dieses Gerät hier – die Hemingwrite (weiß grad nicht, welchen Artikel das hat, aber ich sage mal die, weil „die Schreibmaschine“).

Zwar ist die Hemingwrite (eine Anspielung auf Ernest Hemingway) derzeit nur eine Konzeptstudie von Adam Leeb und Patrick Paul, das Feedback darauf ist aber enorm.

Und ich weiß: Ich. Will. Das. Ding. Haben!

Die Hemingwrite sieht aus wie eine Schreibmaschine, die im 21. Jahrhundert angekommen ist. Also vom Design her – und weil es einen 6-Zoll-E-Ink-Bildschirm im Querformat statt Papier hat. Aber sonst kann das Ding nur eines: Schreiben. Damit empfängt man keine E-Mails, damit kann man auch keine Spiele spielen oder im Internet surfen. Man kann sich einfach nur aufs Schreiben konzentrieren.

Das Gehäuse ist aus robustem Aluminium – und es soll richtige Tastenmodule fürs Tippen geben. Die wichtigsten Funktionen lassen sich mit zwei großen Schalthebeln einstellen. Wie das zweite Bild schon zeigt, ist eine leichte Schräge drinnen, was mir wiederum sehr sympathisch ist. Der Akku reicht für sechs Wochen, die Speicherkapazität bis zu einer Million Seiten. Ganz aufs Internet wird auch nicht verzichtet, mittels WiFi oder Bluetooth kann man Texte mit Google Docs oder Evernote synchronisieren. Das war’s aber auch schon.

Mein Wunsch an die Macher noch: Dass sie auch Formate für Filmdrehbuch oder Theaterskript einbauen. Wann und zu welchem Preis der Typewriter kommt, ist noch unklar.

Einigen meiner schreibenden Bekannten habe ich die Hemingwrite gezeigt – und die waren auch vollkommen begeistert von dem Konzept.

Rodja

INFO: http://hemingwrite.com

Written by Gschichtldrucker

3. Dezember 2014 at 03:54

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