Gschichtldrucker

Von einem Schreiber – für Schreiber

Der Onyx Boox Typewriter

with 4 comments

Kenner dieses Blogs wissen ja, warum ich mit der Schreibmaschine angefangen habe. Ich habe nach einer Möglichkeit für ungestörtes Schreiben gesucht – und in der Schreibmaschine gefunden. Ein Gerät, das nur schreiben kann – keine Spiele, keine E-Mails, kein Internet, keine Filme. Eben ablenkungsfrei.

Natürlich interessiere ich mich da auch für andere Schreibmöglichkeiten wie den Freewrite, den ich sogar als Backer unterstützt habe. Letztendlich habe ich aber doch meine Unterstützung zurückgezogen, weil mir in den Vorführungsvideos doch Sachen auffielen, die mir nicht so ganz taugten. Trotz seiner Mankos halte ich den Freewrite dennoch für eine sehr spannende Alternative (nur eben für mich nicht).

Nun hat sich die auf E-Reader spezialisierte Firma Onyx Boox anscheinend zu einem recht interessanten Projekt entschlossen – dem Onyx Boox Typewriter. Zwar gibt es noch nichts Offizielles auf ihrer Homepage, aber einige Berichte von einer Messe in Hong Kong lassen aufhören. Der Plattform liliputing zufolge ist der Onyx Boox Typewriter eine Art auf E-Ink basierender Laptop mit abnehmbaren Bildschirm, den man separat als E-Reader verwenden kann. Man kann sogar mit einem speziellen Stift darauf schreiben bzw. zeichnen.

E-Ink hat nicht nur den Vorteil, dass sie sparsam ist. Nein, sie ist auch ungeeignet für Spiele und Video (daher für ablenkungsfreies Arbeiten geeignet) – und noch dazu schwarz-weiß und augenschonender. Außerdem ist der Bildschirm wesentlich größer als beim Freewrite.

Wie man beim Video von Vlogger Charbax sehen kann, ist beim Tippen keine solche Verzögerung zu bemerken wie beim Freewrite (siehe meine Kritik in oben angeführtem Link).

Irgendwo habe ich auch gelesen/gehört, dass es zu dem Onyx Boox Typewriter auch Programme geben wird. Sicher für Autoren von E-Books interessant. Aber vielleicht gibt es auch dann ganz einfache Programme für Formate wie Drehbücher oder Theaterstücke.

Dem Vernehmen nach ist der Onyx Boox Typewriter noch nicht fix. Wahrscheinlich, dass die Produzenten erst herausfinden wollen, ob ein Markt für so ein Gerät besteht. Auf jeden Fall werde ich das Ding im Auge behalten.

Rodja

PS: Demnächst darf ich dank Autorenkollegen Anton Preinsack die Hände auf ein älteres Modell eines Word Processors legen, einen Alphasmart 3000. Da habe ich bis dato auch nur Gutes davon gehört.

INFO: https://liliputing.com/2017/04/onyx-boox-typerwriter-e-ink-2-1-laptop.html

Hier noch ein weiteres Video von der Plattform Notebook Italia.

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Written by Gschichtldrucker

17. April 2017 um 09:55

Veröffentlicht in Tipps & Tricks

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4 Antworten

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  1. Wie lange schreibst du schon mit der Schreibmaschine? Ich finde die Idee eigentlich sehr spannend, frage mich aber, wie mit Korrekturen umgehen? Ich bin jemand, der Texte sehr sehr häufig überarbeitet.

    gloriamonique

    19. April 2017 at 18:24

    • Hi Gloria, ich tippe seit 2015. Ich war damals schon so verzweifelt, weil ich mit den Texten nie weiter kam. Ständig fiel mir am Computer etwas ein, das ich noch schnell nachrecherchieren musste. Und dann blieb ich im Netz hängen.

      Als ich mir dann eine Schreibmaschine zulegte, hatte ich Phasen, wo ich nur schrieb. Und das ist sehr, sehr befreiend.

      Aber jeder Autor soll schreiben, wie er sich leichter tut.

      Die Schreibmaschine ersetzt bei mir auch nicht den Computer. Ich übertrage den Text auch in den Computer. Klingt vielleicht mühselig, andererseits ist das bei mir auch gleichzeitig ein Überarbeiten des Textes.

      Bei meinen Schreibmaschinen (ja, es sind mehrere) achte ich auf ein wichtiges Feature: Sie soll zweifärbig schreiben können. Normal schreibe ich schwarz – aber manchmal entwickelt sich – während des Schreibens – ganz spontan ein weiterer möglicher Handlungsstrang; eine Frage, die ich noch beantworten muss; ein Detail, das ich noch recherchieren muss. Und dann schalte ich einfach auf die rote Farbspur um und schreibe das nieder.

      Wie Du siehst, ist die Schreibmaschine hauptsächlich für den ersten oder zweiten Entwurf gedacht. Zum Festhalten einer Idee. (Eine Schreibmaschine steht immer mit einem Blatt Papier eingespannt bereit – so schnell kann kein Computer hochfahren, habe ich die Idee/den Gedanken bereits abgetippt).

      Eine Schreibmaschine ist auch körperliche Arbeit. Die ersten Stunden werden Deine Hände schön jammern, vor allem der kleine Finger, der die Großschaltung stemmen muss. Da sollte man wirklich auf eine leichtgängige Tastatur achten.

      Überhaupt muss man viel probieren, bis man die für sich richtige Schreibmaschine gefunden hat.

      Und sie ist laut. Ich kann z.B. nachts eher weniger arbeiten… da würde meine Familie sich aufregen.

      Falls Du Dich inspirieren möchtest… ich betreibe noch diesen Blog: http://dieschreibmaschinisten.wordpress.com.

      Gschichtldrucker

      20. April 2017 at 04:05

      • Ich überlege gerade, ob meine Eltern noch so ein Gerät bei sich einstauben lassen. Vielleicht probiere ich es auch einfach mal aus. Danke für die Inspiration 🙂

        gloriamonique

        20. April 2017 at 08:15

      • Gerne. Bin schon sehr gespannt auf Deine Erfahrungen – lass mich wissen, wie es Dir ergangen ist. 😀

        Gschichtldrucker

        20. April 2017 at 13:20


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