Gschichtldrucker

Von einem Schreiber – für Schreiber

Archive for März 2012

Im Gespräch mit: Bora Dagtekin („Doctor’s Diary“)

leave a comment »

Durch Zufall bin ich auf die Podcast-Site „Stichwort: Drehbuch“ gestoßen, eine Initiative des Deutschen Drehbuchverbandes. In Gesprächen erzählen bekannte Autoren über ihre aktuellen Projekte.

Im Juli 2008 fand ein Gespräch mit Bora Dagetkin statt, der zu dem Zeitpunkt gerade mit der TV-Serie „Doctor’s Diary“ in aller Munde war. Davor hatte er schon großen Erfolg mit der Serie „Türkisch für Anfänger“, die er ja heuer (2012) als Autor und Regisseur als Kinofilm inszenieren durfte. Ich bin ja nicht unbedingt einer, der den Deutschen Humor zugesteht – aber die Sachen, die ich von Dagetkin bis dato gesehen habe, waren überzeugend (obwohl ich nicht unbedingt ein Fan von z.B. Ärzteserien bin).

Hier geht es zum Podcast: „Doctor’s Diary“

Rodja

Advertisements

Written by Gschichtldrucker

29. März 2012 at 16:38

Veröffentlicht in Tipps & Tricks

Buch: „Stunts – Anleitung für wahre Filmhelden“

leave a comment »

Wer Actionfilme liebt, der liebt vor allem ihre markanten Hauptdarsteller und die atemberaubenden Stunts. Doch während jeder Arnold Schwarzenegger oder Daniel Craig kennt, sind die Stuntmänner, die im Hintergrund ihren Hals riskieren, fast gänzlich unbekannt. Hakan Haslaman, selbst einer jener gesichtslosen Filmhelden und mehrfach ausgezeichneter Kampfsportexperte, bietet mit seinem Buch „Stunts – Anleitung für wahre Filmhelden“ nun einen Blick hinter die Kulissen.

Neben einer kurzen geschichtlichen Einführung beschreibt Haslaman diverse Tricks mit Unterstützung von Fotostrecken. Der Stuntman erklärt Falltechniken genau so wie die Funktionsweisen von Air Rams, Harnesswesten, Stunt Riggings, Ratchets, Sekurit-Glas, Squibs und… Kartons! Auch Bezugsquellen listet Haslaman dankenswerter Weise auf – da das Buch aber von 2003 ist, sollte man die Aktualität überprüfen.

Der Autor wird auch nicht müde zu betonen, wie wichtig Konzentration, körperliche und geistige Fitness, Training und technisches Interesse sind. Neben diesen oft wiederholten Binsenweisheiten legt der Stuntman besonderen Stellenwert auf Kampfsport. So kann Haslaman auch eine Brücke zu der von ihm entwickelten Kampfkunst Amarok schlagen und unverhohlen die Werbetrommel dafür rühren.

Haslaman schreibt aus der Praxis – und die ist nicht ganz so glamourös, wie sich manche das Arbeiten beim Film vorstellen mögen. Als Stuntman ist man das Letzte, man wird ausgenützt bis zum geht nicht mehr und muss manchmal nicht ganz legale Sachen machen, so Haslaman. Lapidare Sätze wie „Resultat war, dass er sich die Schienbeine brach. (…) Das war das Aus seiner Stuntman-Karriere.“ unterstreichen zusätzlich die Gefährlichkeit des Berufes. Auch einen gewissen Zorn auf ahnungslose Regisseure und eingebildete Schauspieler, die sich mit den Taten der Stuntleute schmücken, kann man aus dem Buch herauslesen.

Für Leute, die sich für Stunts im Allgemeinen oder für den Beruf als Stuntman interessieren, ist das Buch äußerst interessant. Für den Bereich Amateur- und Independentfilm ist es aber nur bedingt zu empfehlen, schließlich beträgt der Aufwand und die Kosten zu einem einzelnen der erklärten Stunts oft ein Mehrfaches von dem, was sich hierzulande Indie-Regisseure für ihre Filme insgesamt leisten können.

Störend ist, dass dem Autor die notwendige Distanz für ein Sachbuch fehlt. Da es auf eigenen Erfahrungen basiert, ist es natürlich sehr subjektiv geschrieben – aber hin und wieder gleitet der Text sogar in aufdringliche Werbung für Haslamans Kampfsport Amarok ab. Nötig hätte Haslaman dies nicht. Bei einem Gespräch mit ihm anlässlich der Independent Days VI 2004 in Karlsruhe offenbarte sich der Cascadeur als durchaus angenehmer und trotzdem überzeugender Gesprächspartner. Der Autor ist auch Filmregisseur und hat es mit seinem actionreichen aber storyschwachen Film „No Way“ in das Finale der ID VI geschafft. Als Ergänzung zu seinem Buch ist der Film auf jeden Fall zu empfehlen.

Wichtig: Das Buch dient als eine von vielen Informationsquellen. Vor allem kann und soll es nicht die qualifizierte Ausbildung durch eine Stuntschule oder Ähnliches ersetzen. „Das Lesen macht Sie zum Wissenden, aber nicht zum Könner“, warnt Haslaman eindringlich.

Rodja Pavlik

INFO: „Stunts – Anleitung für wahre Filmhelden“, Hakan Haslaman, Bender Verlag, ISBN 3-936497-00-1. Weitere Infos über Haslaman und seine Arbeiten unter www.stuntszene.de.

Written by Gschichtldrucker

29. März 2012 at 10:28

Veröffentlicht in Tipps & Tricks

„Tatort“ im Praxistest

leave a comment »

Nicht uninteressant für Drehbuchautoren: Die deutsche Wochenzeitschrift „Die Zeit“ verdonnerte ihre Kriminalreporterin Sabine Rückert zu zwei Monaten „Tatort“ schauen. Ziel des Praxistests: Wie real ist die im Fernsehen dargestellte deutsche Polizei-Wirklichkeit? Eh klar, dass die Journalistin die Besserwisserin raushängen lässt und Drehbuchautoren gegenüber nicht gerade gnädig ist. Aber davon mal abgesehen finde ich den Artikel doch recht erhellend – und ich stelle mir die Frage, ob es wirklich so unmöglich ist, einen fiktiven Kriminalfall spannend und dabei zugleich so real wie möglich darzustellen?

Hier geht es zum Artikel: Der Fall „Tatort“

Dass einige Deutsche anscheinend nichts mit dem österreichischen „Tatort“ anfangen können, beweist der wirklich saublöde „Bild“-Artikel „Warum können die Ösis die Fälle nicht richtig lösen“ , indem sich Autor Sven Kuschel fragt, warum in österreichischen Folgen die großen Drahtzieher davon kommen.

(Eigentlich geht es der „Bild“-Redaktion um was ganz anderes, wie die letzten Absätze offenbaren: Nämlich ob Bibi und Moritz irgendwann einmal miteinander schnackseln.)

Und hier noch zwei Interviews mit „Tatort“-Regisseurin Sabine Derflinger, die erklären, warum der österreichische „Tatort“ etwas anders als seine deutschen „Kollegen“ ist.

„Tatort“: Politisch unkorrekt, bis es absurd wird
„Wahnsinn, welche Bedingungen in der Branche herrschen“

Rodja

PS: Wie ein „Tatort“ tatsächlich funktioniert, zeigt die mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Satiresendung „Walulis sieht fern“ übrigens recht treffend.

Written by Gschichtldrucker

27. März 2012 at 14:54

Veröffentlicht in News

Zugvögel II – Zwei Mal nach Hjoerring

with 2 comments

At the Cliffs of Moher

Kategorie: Drehbuch / Railroadmovie, Tragikomödie
Autor: Rodja Pavlik
Status: In Arbeit
Dauer: ca. 100 min.

Plot: Die Matura ist geschafft – als Belohnung winkt der fünften Klasse einer Handelsakademie eine Maturareise in die Türkei zum „Summer Splash“. Sonne, Strand, Alkohol und viele Gelegenheiten, sich auszutoben – welchen halbwegs normal veranlagten Teenager würde das nicht reizen? Nun, zumindest nicht Markus und Thomas. Die beiden Klassenaußenseiter sondern sich wieder mal ab und fahren mit Interrail gen Norden. Wenn sie zurück kommen, wird der eine keine Freundin mehr haben, der andere endgültig aufgelöste Familienstrukturen vorfinden. Und dazwischen erleben sie das bisher größte Abenteuer ihres Lebens – und ein rothaariges Mädchen wird ihnen den Kopf verdrehen.

Anmerkung: Da gerade an dem Stück gearbeitet wird, steht es derzeit nicht zur Verfügung.

Ich bin ein großer Fan von Peter Lichtefelds Spielfilm „Zugvögel – Einmal nach Inari“ (D 1998) mit dem großartigen Joachim Król und der nicht minder wunderbaren Outi Mäenpää. Der Film über einen einfachen Bierfahrer, der sämtliche Zugsverbindungen auswendig weiß und erst zuletzt darauf kommt, dass die schnellste Verbindung nicht immer die beste ist, spricht einfach mein Fernweh und meinen Sinn für Romantik an. Noch dazu, wo ich als begeisterter Interrailer (vier Mal) einige der im Film beschriebenen Geschehnisse und Orte sogar so oder ähnlich selbst erlebt bzw. gesehen habe.

„Zugvögel II – Zwei Mal nach Hjoerring“ ist nur als indirekte Fortsetzung von Lichtefelds Vorbild zu verstehen und streift die Geschichte inhaltlich nicht einmal. Ob sich der von mir gewünschte Titel aber durchsetzt, liegt nicht in meinem Ermessen. Nur soviel: Wenn ich vor die schreckliche Wahl gestellt werden würde, nur eine von den vielen Geschichten zu erzählen können, die in mir schlummern – dann wäre es diese…

Rodja Pavlik

PS: Wann diese Geschichte fertig ist, steht in den Sternen. Dieser Blog-Eintrag soll mich nur daran erinnern, sie endlich zu schreiben.

Written by Gschichtldrucker

20. März 2012 at 17:38

Veröffentlicht in Filmdrehbuch

Das schwarze Phantom

leave a comment »

Kategorie: Theater-Dreiakter / Krimikomödie
Autor: Rodja Pavlik, Thomas Schreiweis
Status: In Arbeit
Dauer: ca. 80 – 90 min.

Plot: Der weltberühmte Tenor Luigi Belcanto wird an den Hof von King George VI. eingeladen. Eine große Ehre für den Sänger – und noch dazu DIE Gelegenheit: Luigi lustwandelt nämlich mit Hingabe auf den Spuren von Sherlock Holmes. Als der Koh-I-Noor-Diamant, Bestandteil der britischen Kronjuwelen, vom legendären schwarzen Phantom gestohlen wird, hält Luigi das für einen Wink des Schicksals, sich endlich selbst als großer Meisterdetektiv hervorzutun. Luigis Manager Albert Feinstein ist davon wenig begeistert, weiß er doch, dass sein Schützling nicht gerade eine helle Leuchte ist. Um Luigi aber vor Schaden zu bewahren, müssen er und Inspektor Hudson wider Willen zusammenarbeiten, um das schwarze Phantom dingfest zu machen.

Anmerkung: Da gerade an dem Stück gearbeitet wird, steht es derzeit nicht zur Verfügung.

Rodja Pavlik

Written by Gschichtldrucker

13. März 2012 at 12:04

Veröffentlicht in Theaterstück

Der Berg ruft…!

leave a comment »

Der Initativkreis „Mitten in Westfalen“ hat mit „Der Berg ruft…!“ einen Drehbuchwettbewerb ausgerufen, bei dem professionelle Drehbuchautoren ihre Filmideen mit Bezug zu den Regionen Sauerland, Siegerland, Soester Börde und östlichem Ruhrgebiet einreichen sollen. (Ich fürchte, dass dieser Wettbewerb sich wirklich nur an jene richtet, die mit diesen Regionen etwas anzufangen wissen.)

Mit professioneller Unterstützung sowie Finanzierung über einen längeren Zeitraum soll dann ein Treatment und ein Drehbuch entstehen, das für einen abendfüllenden Spielfilm oder für einen TV-Serien-Pilot verwendet werden kann.

Für einen ersten Durchgang sollen ein One Pager mit der Zusammenfassung der Geschichte, ein Exposé (3 – 5 Seiten) sowie eine ausgeschriebene Szene (max. fünf Seiten) eingereicht werden. Der Einsendeschluss für diesen Durchgang ist der 11. Mai 2012.

Aus diesen Einreichungen werden bis zu zehn der vielversprechendsten Einsendungen ausgewählt. Den Einsendern dieser Beiträge wird ein zweiwöchiger Rechercheaufenthalt im Zeitraum vom 25. Juni bis 6. Juli 2012 in der Region ermöglicht, wobei die Kosten für Übernachtungen mit Halbpension vom Initiativkreis übernommen werden.

Spätestens neun Wochen nach dem Ende des Rechercheaufenthaltes sollen die Autoren ein erweitertes Exposé (5 – 10 Seiten) vorlegen, aus denen dann die drei besten und überzeugendsten Stoffe gekürt werden. Als Preise für diese Exposés werden vergeben:

1. Platz: 8.000 Euro
2. Platz: 4.000 Euro
3. Platz: 2.000 Euro

Danach wird versucht, mit den Siegern die jeweiligen Konzepte an den Mann zu bringen. Die Autoren werden die Möglichkeit haben, ihre Pitches Filmproduktionen und –förderungen zu präsentieren. Eine letztendliche Realisierung des Projektes kann jedoch nicht garantiert werden.

Fazit: Es steht zwar nicht dezidiert geschrieben, dass sich der Wettbewerb nur an deutsche Autoren richtet – aber die Begrenzung auf die Regionen Sauerland, Siegerland, Soester Börde und östliches Ruhrgebiet lässt schon mal darauf schließen, dass vor allem örtliches Lokalkolorit gewünscht ist.

Alle Infos hier: http://www.mitten-in-westfalen.de/aktuelles/drehbuchautorenwettbewerb/ueber-den-wettbewerb

Written by Gschichtldrucker

12. März 2012 at 11:35

Veröffentlicht in Wettbewerbe

Das deutsche Fernsehen in der Krise

with one comment

Als ich das erste Mal hörte, dass Tom Bohn plante, mit „Reality XL“ einen Independent-Film abseits der Förderlandschaft Deutschlands zu drehen, fragte ich ihn natürlich nach dem Warum. Was er – immerhin ein erfahrener „Tatort“-Regisseur – über die Zustände in der deutschen Filmindustrie erzählte, war für mich als Österreicher, dem die deutsche Filmlandschaft im Gegesatz zu hiesigen Bedingungen immer wie das Paradies vorkam, ziemlich desillusionierend. Die deutsche Fernsehbranche würde in einer ziemlichen Krise stecken – und dieser Meinung war Tom bereits vor zwei Jahren.

Nun hat Medienmagazin.de auf seiner Site zehn Probleme der Branche aufgelistet. Erschreckend, dass ich einige der von Tom angesprochenen Probleme wiedererkenne.

Hier geht es zum Artikel: „Das deutsche Fernsehen – ein Patient vor dem Burnout“

Rodja

Written by Gschichtldrucker

9. März 2012 at 16:44

Veröffentlicht in News